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Notgroschen: So viel Geld solltest Du zurücklegen

17.07.2023
5 Minuten Lesezeit
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Konstantin Bulinger
Finanzexperte bei zaleo.
Der Notgroschen sichert Dich finanziell ab. Mit ihm kannst Du in Notfällen schnell reagieren und bleibst handlungsfähig. Wir erklären, warum er so wichtig ist und wie Du ihn anlegen solltest.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Drei bis sechs Netto-Monatsgehälter solltest Du als Notfall-Reserve beiseitelegen.
  • Die eiserne Reserve solltest Du als Erstes ansparen. Die 50-30-20-Regel hilft Dir dabei.
  • Wir empfehlen ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen. Das Geld wird verzinst, ist jederzeit verfügbar und durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Unser Tagesgeldkonten-Vergleich hilft Dir bei der Suche:

Warum ist der Notgroschen so wichtig?

Die Waschmaschine streikt, die Nebenkosten-Nachzahlung fällt saftig aus oder das Handy geht unerwartet kaputt – das alles sind Kosten, die oft nicht eingeplant sind und das monatliche Ausgabenlimit sprengen. Gut, wem für diese Situationen ein Notgroschen, also eine finanzielle Rücklage, zur Verfügung steht. Auch wenn der Job in Gefahr gerät, ist ein finanzielles Polster sehr beruhigend.

Wieviel Geld solltest Du zurücklegen?

Wie dick dieses finanzielle Polster sein soll, richtet sich zum einen nach dem eigenen Sicherheitsbedürfnis, zum anderen nach der jeweiligen Lebenssituation. Der Begriff „Notgroschen“ ist dabei etwas irreführend, denn der empfohlene Betrag ist deutlich höher, als viele vielleicht denken. Als Faustformel gilt: Drei bis sechs Netto-Monatsgehälter solltest Du beiseitelegen. Bei einem Netto-Einkommen von 2.200 Euro beträgt die Höhe der Rücklage ungefähr 6.600 bis 13.200 Euro.
Familien brauchen tendenziell eine höhere Notfallreserve, da das Geld für mehrere Personen ausreichen muss. Sechs Netto-Monatseinkommen sind sicherlich sinnvoll. Sparsame Singles kommen eventuell auch mit zwei bis drei Netto-Monatseinkommen aus. Es gibt weitere Faktoren, die Einfluss auf die Höhe der Rücklagen haben: Wer zum Beispiel ein Haus hat, muss mit höheren Reparaturkosten rechnen als jemand, der zur Miete wohnt. Wer nur mit dem Auto zur Arbeit pendeln kann, sollte mögliche Kosten stärker gewichten als jemand, der sein Auto nur für die Freizeit benötigt.

So solltest Du den Notgroschen anlegen

Sehr wichtig ist, dass die eiserne Reserve bei Notfällen sofort zur Verfügung steht. Spekulative Anlagen oder Investitionen mit festen Laufzeiten sind hier fehl am Platz. Grundsätzlich eignen sich Bargeld, Girokonten und Tagesgeldkonten, wobei das Ersparte nur auf dem Tagesgeldkonto Zinsen erwirtschaftet. Das ist besonders in Zeiten hoher Inflation wichtig, da das Ersparte sonst an Wert verliert.
Auf dem Tagesgeldkonto ist das gesparte Geld jederzeit – also auch im Notfall – ohne Kündigungsfrist verfügbar. Dafür überweist Du die gewünschte Summe vom Tagesgeldkonto auf ein sogenanntes Referenzkonto, in der Regel ist dies Dein Girokonto. Ein weiterer Pluspunkt des Tagesgeldkontos ist die Sicherheit: Die gesetzliche Einlagensicherung sorgt bei Banken im Euroraum dafür, dass im Falle einer Bankenpleite 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt sind.
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So kannst Du Deinen Notgroschen ansparen

Wer die Notfallreserve aus bereits erspartem Kapital bilden kann, kann sich glücklich schätzen. Ansonsten hilft nur eisern ansparen. Die Höhe der monatlichen Sparrate richtet sich natürlich nach der Höhe der angestrebten Rücklagen-Summe, aber auch nach den finanziellen Möglichkeiten. So können Sparraten von 100 Euro monatlich sinnvoll sein – bei höheren Einkommen aber auch 500 Euro oder mehr.
Als Faustformel fürs Sparen gilt hier die 50-30-20-Regel. 50 Prozent Deines monatlichen Nettoeinkommens sollten demnach maximal für Deine Fixkosten draufgehen. Mit 30 Prozent kannst Du Dir Wünsche erfüllen und Deine Freizeit gestalten, 20 Prozent legst du beiseite und sparst. Bei einem Nettoeinkommen von 2200 Euro wären dies also monatlich 440 Euro. Das Sparziel von 6.600 Euro hättest Du dann nach 15 Monaten erreicht, das Ziel von 13.200 Euro erst nach dreieinhalb Jahren.
Tipp der Redaktion: Notgroschen zuerst!
Den Notgroschen solltest Du möglichst als Erstes ansparen, also bevor Du etwa Geld in Wertpapiere, Rohstoffe oder Kryptos steckst. Hast Du bereits in langfristige und spekulative Anlagen investiert aber noch keine eiserne Reserve angelegt, solltest Du zu einem günstigen Zeitpunkt darüber nachdenken, einen Teil auf das Notfall-Konto umzuschichten. So kannst Du die Anteile gewinnbringend sichern. Gerätst Du nämlich ohne Notgroschen in eine finanzielle Schieflage, kann es Dir passieren, dass Du die Anteile verkaufen musst, obwohl die Kurse gerade im Keller sind.
Dank der Zinswende gibt es aktuell auf Tagesgeldkonten zumindest für Neukundinnen und Neukunden immer wieder interessante Angebote mit Zinsgarantie. Diese kannst Du Dir für mehrere Monate (in der Regel 6 Monate) sichern. Anschließend musst Du das Tagesgeldkonto ggf. wieder wechseln, was allerdings unkompliziert und in wenigen Minuten möglich ist. Unser Tagesgeldkonten-Vergleich hilft Dir bei der Suche nach den besten Konditionen:
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