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Aktienarten: Welche Aktientypen gibt es?

6 Minuten Lesezeit
INHALTSVERZEICHNIS
Aktien einfach erklärt
Der Unterschied macht’s
Unterschied: Übertragbarkeit
Unterschied: Unternehmensanteil
Unterschied: Stimmrecht
Unterschied: Zeitpunkt der Emission
Unterschied: Handelbarkeit
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Jasmin Ludwig
Finanzexpertin bei zaleo.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich innerhalb der Anlageklasse Aktie unterschiedliche Aktienarten entwickelt. Sie unterscheiden sich in ihrer Übertragbarkeit, nach verbrieften Rechten der Aktionärinnen und Aktionäre, nach Beteiligungsart am Grundkapital. Welche Aktienarten es genau gibt, erfährst Du hier.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Aktienarten können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden, darunter die Rechte, die mit ihnen verbunden sind, wie Stimmrechte und Dividendenberechtigung.
  • Zu den häufigsten Aktienarten gehören Stammaktien (auch bekannt als ordinäre Aktien), die typischerweise Stimmrechte bei Unternehmensentscheidungen verleihen, sowie Vorzugsaktien, die oft eine priorisierte Dividendenberechtigung haben, jedoch normalerweise keine Stimmrechte bieten.
  • Darüber hinaus können Aktienarten je nach ihrer rechtlichen Struktur und Handelsfähigkeit unterschieden werden, einschließlich Namensaktien, Inhaberaktien, vinkulierte Aktien und junge Aktien, die verschiedene Regelungen bezüglich Übertragung und Handel aufweisen können. Wenn auch Du mit Aktien handeln möchtest, sieh Dich in unserem Depot-Vergleich nach dem passenden für Dich um

Aktien einfach erklärt

Aktien sind Anteile an Unternehmen, die öffentlich gehandelt werden. Wenn Du eine Aktie kaufst, kaufst Du buchstäblich einen kleinen Teil dieses Unternehmens. Als Aktionär besitzt Du also einen Anteil an den Vermögenswerten und dem potenziellen Gewinn des Unternehmens.
Wenn das Unternehmen gut läuft, steigt normalerweise auch der Wert Deiner Aktie, was bedeutet, dass Du sie zu einem höheren Preis verkaufen könntest als dem, den Du bezahlt hast. Aber es gibt auch das Risiko, dass der Aktienkurs sinkt und Du Geld verlierst.
Über den möglichen Kursgewinn hinaus kannst Du möglicherweise auch noch auf andere Weise von Deinen Aktien profitieren. Nämlich dann, wenn Du Anspruch auf eine Dividende hast.Das sind Gewinnbeteiligungen, die das Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet.
Um Aktien handeln zu können, musst Du auf dem Aktienmarkt aktiv werden. Der Aktienmarkt ist ein Ort, an dem Aktien gehandelt werden. Hier treffen sich Käufer und Verkäufer, um Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Die Preise für Aktien werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt, je nachdem, wie viele Leute eine bestimmte Aktie kaufen oder verkaufen möchten.

Der Unterschied macht’s

Welche Aktienarten gibt es?

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Unterschied: Übertragbarkeit

Inhaberaktie

Die Inhaberaktie ist die wohl gebräuchlichste Form am Finanzmarkt, da sie leicht zu übertragen ist. Sie wird auf einen anonymen Inhaber ausgestellt und die Besitzerinnen oder Besitzer sind weder dem Vorstand noch dem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft (AG) bekannt. Die Inhaberaktie lässt sich schnell und unkompliziert verkaufen.

Namensaktie

Namensaktien dagegen haben den Charakter eines Orderpapiers. Das bedeutet, Du als Inhaberin oder Inhaber musst Dich namentlich im Aktienregister registrieren. Es werden Name, Geburtsdatum, Adresse und Anzahl der gehaltenen Aktien eingetragen. Für das Unternehmen hat das den Vorteil, dass es seine Aktionärinnen und Aktionäre kennt und mit ihnen auch außerhalb von Hauptversammlungen in Kontakt treten kann.

Vinkulierte Namensaktie

Eine vinkulierte Namensaktie ist eine besondere Form von Aktie, bei der das Unternehmen spezifische Einschränkungen für die Übertragung oder den Verkauf der Aktie festlegt. Der Begriff "vinkuliert" bedeutet, dass die Übertragung oder der Verkauf der Aktie an Dritte nur mit der Zustimmung des Unternehmens erfolgen kann.
Im Unterschied zu herkömmlichen Namensaktien, bei denen der Inhaber die Aktie frei übertragen oder verkaufen kann, kann eine vinkulierte Namensaktie nur gemäß den im Gesellschaftsvertrag des Unternehmens festgelegten Bedingungen gehandelt werden. Diese Einschränkungen können beispielsweise die Zustimmung des Verwaltungsrats oder anderer Aktionäre erfordern, bevor eine vinkulierte Namensaktie verkauft oder übertragen werden kann.
Die Verwendung vinkulierter Namensaktien kann dazu beitragen, die Stabilität und Kontrolle innerhalb eines Unternehmens zu bewahren, indem sie die Möglichkeit begrenzt, dass Aktien in die Hände von Personen gelangen, die nicht zum Management oder zur Aktionärsbasis des Unternehmens gehören.

Unterschied: Unternehmensanteil

Nennwertaktien

Die Kapitalbeteiligung ist eine weiter Form der Unterscheidung verschiedener Aktienarten. Nennwertaktien haben einen festgelegten Geldbetrag, der die Höhe des Anteils einer AG bestimmt. Der Eigentumsanteil ist die Summe der gehaltenen Nennwerte geteilt durch das Grundkapital der Aktiengesellschaft.
Beispiel: Besitzt Du 5000 Aktien im Wert von einem Euro pro Aktie von einer AG, die ein Grundkapital von einer Millionen Euro hat, so gehören Dir 0,5 Prozent des Unternehmens.

Stückaktien

Stückaktien hingegen stehen für einen bestimmten Anteil des in der Satzung festgelegten Grundkapitals. Der Anteil wird als Stückbeteiligung bezeichnet. Der Wert der Aktie ergibt sich durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Börsenmarkt.
Für die Ermittlung wird folgende Formel angewendet:
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Prämie
4,5
Orderkosten pro Ausführung
ab 0,00 €
Free Broker
4,4
Orderkosten pro Ausführung
ab 0,00 €
Depot
4,3
Orderkosten pro Ausführung
0,00 €

Unterschied: Stimmrecht

Stammaktien

Stammaktien sind global gesehen die Aktien, in die Anlegerinnen und Anlegern am häufigsten investieren. Sie stellen das Eigentum an einem bestimmten Teil eines Unternehmens dar. Außerdem gewähren sie Aktionärinnen und Aktionären bestimmte Rechte: Den Erhalt von Dividenden
, die Stimmgabe im Vorstand des Unternehmens, das Recht auf Mitbestimmung in der Hauptversammlung und den Erhalt von Informationen über die Aktivitäten des Unternehmens.
Sollte sich die AG auflösen, behalten Stammaktionärinnen und Stammaktionäre das Recht, eine Verzinsung proportional zum Wert des verbleibenden Vermögens zu erhalten. Alle Inhaberinnen und Inhaber einer Stammaktie haben die gleiche Rechte, sofern es in der Satzung nicht anders festgelegt wurde.

Vorzugsaktien

Als „Golden Stocks“ bezeichnete Vorzugsaktien beinhalten kein Stimmrecht. Zum Ausgleich werden Aktionärinnen und Aktionären privilegierte Rechte zugesprochen. So können sie sich beispielsweise auf die Dividendenberechtigung, also eine Ausschüttung einer Sonderdividende, die in der Regel höher ausfällt, oder bekommen im Insolvenzfall einen höheren Restwert ausbezahlt.
Die Unternehmen haben bei Vorzugsaktien den Vorteil, dass sie frisches Kapital erhalten, ohne eine bestehende Stimmrechtsverteilung ändern zu müssen.

Unterschied: Zeitpunkt der Emission

Junge Aktien

Junge Aktien sind neue Aktien, die von einer Aktiengesellschaft im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Die Ausgabe junger Aktien dient in erster Linie dazu, frisches Kapital für Investitionen zu beschaffen. Die Altaktionäre haben in der Regel das Vorrecht, die jungen Aktien zu erwerben. Nur wenn sie von diesem Recht keinen Gebrauch machen möchten, werden die jungen Aktien an die Börse gebracht und sind für Privatanlegerinnen und -anleger erhältlich.
Junge Aktien können auch im Rahmen eines Börsengangs (Initial Public Offering, IPO) eines Unternehmens ausgegeben werden, bei dem das Unternehmen erstmals Aktien an die Öffentlichkeit verkauft, um Kapital zu beschaffen und den Handel mit seinen Aktien an einer Börse zu ermöglichen. Diese neuen Aktien werden manchmal als “jung„ bezeichnet, um sie von bereits bestehenden Aktien zu unterscheiden.
Sie können eine attraktive Investitionsmöglichkeit sein, da sie das Potenzial für Wachstum und Kurssteigerungen haben, insbesondere wenn das emittierende Unternehmen erfolgreich ist und seine Geschäftsziele erreicht. Allerdings können sie auch mit höheren Risiken verbunden sein, da sie möglicherweise weniger historische Daten und weniger etablierte Geschäftsmodelle haben.

Alte Aktien

Alte Aktien bestanden bereits vor der Kapitalerhöhung. Inhaberinnen und Inhaber dieser Aktien erhalten als Ausgleich Bezugsrechte. Diese können sie entweder zum Kauf junger Aktien verwenden, oder um Aktien an der Börse zu verkaufen.

Unterschied: Handelbarkeit

Börsengehandelte Aktien

Börsengehandelte Aktien, auch bekannt als börsennotierte Aktien, sind Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden. Sie stehen sowohl Privatanlegern als auch institutionellen Anlegern zum Kauf und Verkauf zur Verfügung. Der Preis dieser Aktien wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und kann sich während des Handelstages ändern.
Diese Aktien können an verschiedenen Börsen gehandelt werden, darunter die Börse Frankfurt (XFRA), New Yorker Börse (NYSE), die NASDAQ und die London Stock Exchange (LSE). 

Nicht-Börsengehandelte Aktien

Nicht börsennotierte Wertpapiere, auch bekannt als Over-The-Counter (OTC) Wertpapiere, sind Finanzinstrumente, die nicht an einer Börse gehandelt werden können. Im Gegensatz zu börsennotierten Wertpapieren, die regulär an öffentlichen Börsen gehandelt werden, sind nicht börsennotierte Wertpapiere keine Handelsobjekte an solchen Börsen.
Der Handel mit nicht börsennotierten Wertpapieren erfolgt außerhalb des regulären Börsenhandels. Dabei kommt es entweder zu direkten Transaktionen zwischen Investoren, über spezialisierte Broker oder über alternative Handelsplattformen. Diese Wertpapiere umfassen verschiedene Anlageinstrumente wie Aktien von nicht börsennotierten Unternehmen, Anleihen, Wandelanleihen, Genussscheine und andere Schuldtitel.
Investoren haben durch nicht börsennotierte Wertpapiere die Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, deren Aktien nicht öffentlich an Börsen gehandelt werden. Dies kann den Zugang zu Unternehmen ermöglichen, die entweder nicht öffentlich gehandelt werden oder sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Da der Handel direkt zwischen Käufer und Verkäufer erfolgt, bietet dies oft mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Handel mit nicht börsennotierten Wertpapieren in der Regel mit höheren Risiken verbunden ist als der Handel mit börsennotierten Wertpapieren. Da diese Wertpapiere nicht denselben Bestimmungen und Kontrollen unterliegen wie börsennotierte Wertpapiere, kann es schwieriger sein, verlässliche Informationen über die Unternehmen zu erhalten. Die Liquidität kann ebenfalls eingeschränkt sein, da der Handel nicht in einem organisierten Markt stattfindet.
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