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Leitzins: Was ist das eigentlich?

5 Minuten Lesezeit
INHALTSVERZEICHNIS
Von wem wird der Leitzins gesteuert?
Wie wirkt sich der Leitzins aus?
Hoher Leitzins
Niedriger Leitzins
Einfluss auf Dich
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Carmen Kunkel
Finanzexpertin bei zaleo.
Der Leitzins beeinflusst den Geldmarkt wesentlich – von ihm hängen beispielsweise die Höhe der Zinserträge von Spareinlagen, wie auch die Zinsrate bei Krediten ab. Somit wird der Leitzins zum wesentlichen Instrument der Geldpolitik. Wir verraten Dir, was genau der Leitzins ist und was ein hoher, bzw. niedriger Leitzins für Dich bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Die Zentralbanken, auch Notenbanken genannt, sind daran interessiert, das Preisniveau und den Geldwert stabil zu halten.
  • Wenn sich der Leitzins erhöht, steigen automatisch die Kapitalmarktzinsen, was zur Bekämpfung der Inflation dient. Senkt die Zentralbank den Leitzins, versucht sie eine schwache Konjunktur auszugleichen.
  • Wird der Leitzins erhöht, so wie es aktuell der Fall ist, steigen auch die Zinsen für u.a. Tagesgeldkonten. Sieh Dich in unserem Vergleich nach einem passenden Konto für Dich um.

Von wem wird der Leitzins gesteuert?

Der Leitzins, auch bekannt als Hauptrefinanzierungszins oder Repo-Satz, ist der Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken Geld von ihrer Zentralbank leihen können. Er dient als Grundlage für alle anderen Zinssätze in der Wirtschaft. Änderungen des Leitzinses wirken sich auf die gesamte Zinslandschaft aus und beeinflussen somit die Kreditvergabe, Sparzinsen, Investitionen und den Konsum.
Zentralbanken haben die Aufgabe, die Geldpolitik zu steuern und die Wirtschaft zu stabilisieren. Der Leitzins ist ein zentrales Instrument in ihrem Werkzeugkasten. Durch Anpassung des Leitzinses können sie die Kreditvergabe und somit die Gesamtwirtschaft beeinflussen.
Die Zentralbanken, auch Notenbanken genannt, sind daran interessiert, das Preisniveau und den Geldwert stabil zu halten. Bis 1998 war dafür in Deutschland die Deutsche Bundesbank zuständig, mittlerweile kümmert sich die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euro-Raum um diese Aufgabe.
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Wie wirkt sich der Leitzins aus?

Die Zentralbanken beeinflussen mit der Änderung des Leitzinses die Geldmenge und die ökonomische Entwicklung im kompletten Währungsraum. Wenn sich der Leitzins erhöht, steigen automatisch die Kapitalmarktzinsen, was zur Bekämpfung der Inflation
dient. Senkt die EZB den Leitzins, versucht sie eine schwache Konjunktur auszugleichen.
Jede Änderung hat eine Wirkung auf die Stärke der eigenen Währung. Eine Leitzinssenkung drückt den Preis der eigenen Währung, durch eine Leitzinserhöhung steigt der Preis. Der Leitzins beeinflusst den Wechselkurs einer Währung und steuert somit auch den Import und Export. Mit einer Leitzinserhöhung steigt der Wechselkurs einer Währung. Dadurch wird der Export geschwächt, während Importe billiger werden.

Wie wird der Leitzins festgelegt?

Zentralbanken treffen sich in regelmäßigen Abständen, um über den Leitzins zu entscheiden. Diese Sitzungen sind oft von großem Interesse für die Märkte und die Öffentlichkeit, da sie Richtung und Geschwindigkeit der Geldpolitik beeinflussen.
Zentralbanken treffen ihre Entscheidungen bezüglich des Leitzinses auf der Grundlage einer Vielzahl von Faktoren, darunter die Inflation, die Arbeitslosenquote, das Wirtschaftswachstum und geopolitische Entwicklungen. Ziel ist es, die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.
Was ist Konjunktur?
Unter Konjunktur versteht man, vereinfacht gesagt, die Lage der Wirtschaft. Sie gibt an, wie es gerade um die Volkswirtschaft eines Landes oder einer Region steht, und welcher Trend sich für die Wirtschaft ablesen lässt.

Hoher Leitzins

Wenn der Zins angehoben wird, bewirkt das eine Geldverteuerung, was im Umkehrschluss zu einer Geldverknappung führt. Das Leihen von Geld wird für Kreditinstitute und Banken teurer. Die Kostenerhöhung geben die Banken an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. Kredite werden somit teurer, weshalb in der Regel weniger abgeschlossen werden. Das führt dazu, dass sie Sparrate steigt und die Investitionsrate sinkt.

Niedriger Leitzins

Wenn der Leitzins fällt, hat das genau den gegenteiligen Effekt – die Sparrate sinkt und die Investitionsrate steigt. Durch die erhöhte Nachfrage nach Geld wird nicht nur die Wirtschaft gefördert, sie belebt auch den Aktienmarkt.
Banken in nationalen Währungsräumen
In andern Währungsräumen sind beispielsweise die US-Notenbank Federal Reserve System (FED), die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank zuständig.

Einfluss auf Dich

Veränderungen des Leitzinses können zu Unsicherheit auf den Finanzmärkten führen. Ein gut durchdachtes Risikomanagement ist entscheidend, um finanzielle Turbulenzen zu vermeiden. Dass die Entscheidungen der Zentralbank auch auf Dich Einfluss haben, ist offensichtlich. Wird der Leitzins erhöht, steigen in der Regel auch die Zinsen für Tages- und Festgeldkonten. Andersherum, also bei einer Senkung, werden Kredite attraktiver, jedoch bekommst Du als Sparerin oder Sparer wenig bis gar keine Zinsen mehr.
Je nach Deinen finanziellen Zielen und Deiner Risikotoleranz solltest Du eine Anlagestrategie entwickeln, die Veränderungen des Leitzinses berücksichtigt. Dies kann den Kauf von Anleihen, Aktien, Immobilien oder anderen Vermögenswerten beinhalten.  Daher empfehlen wir Dir auch ein Depot zu eröffnen. Dort kannst Du in Fonds und ETFs investieren oder Dir ETF-Sparpläne
erstellen, um monatlich einen bestimmten Betrag zu sparen. Vor allem, wenn Du langfristig sparst, wirst Du in aller Regel auch bei einem niedrigen Leitzins Rendite erzielen.
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