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Zinsen und Bausparvertrag – Was Du wissen solltest

5 Minuten Lesezeit
INHALTSVERZEICHNIS
Der Unterschied
Guthabenzinsen
Darlehenszins
Bausparen fürs Eigenheim lohnt sich
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Konstantin Bulinger
Finanzexperte bei zaleo.
Ob Du sparst oder einen Kredit aufnimmst, ein Thema ist immer relevant: Zinsen. Während Du Dir beim Sparen möglichst hohe Zinsen erhoffst, profitierst Du wiederum, wenn auf geliehenes Geld nur wenig Zinsen entfallen. Beim Bausparen interessierst Du Dich sowohl für das eine als auch das andere. Wir erklären Dir, welche verschiedenen Formen von Zinsen es gibt und wann sie fällig werden.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Der Guthabenzins spielt bei der Wahl eines Bausparvertrags eine wichtige Rolle. Denn grundsätzlich verzinsen Bausparkassen das in der Ansparphase angesammelte Guthaben.
  • In Niedrigzinsphasen gibt es praktisch keine Guthabenzinsen. Dafür bietet Dir der Bausparer den Vorteil, dass Du Dir niedrige Darlehenszinsen für Jahre sichern kannst.
  • Da bei Vertragsabschluss eines Bausparers alle Details festgehalten werden, weißt Du folglich von Beginn an, welche Kosten auf Dich zukommen. Darlehenssumme als auch die Zinsen stehen bereits beim Abschluss fest.

Der Unterschied

Setzt man sich erstmals mit der Suche nach einem Bausparvertrag sowie den verschiedenen Angeboten und Konditionen auseinander, fällt schnell eine Besonderheit auf: Bausparzinsen sind nicht gleich Bausparzinsen. Stattdessen gibt es zwei Zinsarten, die in unterschiedlichen Bausparphasen eine Rolle spielen.
Deutlicher wird dies, wenn man sich die Funktionsweise eines Bausparvertrages ins Gedächtnis ruft: Nach dem Abschluss tritt dieser immer zuerst in die Ansparphase ein, während der Du regelmäßig eine im Vertrag festgelegte Sparrate einzahlst – so lange, bis das vereinbarte Bausparguthaben erreicht ist. Ist diese und einige andere Voraussetzungen erfüllt, ist der Bausparvertrag zuteilungsreif. Erst dann kannst Du das Bauspardarlehen erhalten. Während der sogenannten Darlehensphase zahlst Du es zurück.
Idealfall: Hohe Guthabenzinsen, geringe Darlehenszinsen
Durchläufst Du mit Deinem Bausparvertrag alle vorgesehenen Phasen, bist Du also zunächst Sparer und schließlich Darlehensnehmer. Im Idealfall bietet der Vertrag also anfangs hohe Guthabenzinsen und später geringe Darlehenszinsen.

Guthabenzinsen

Wer auf der Suche nach einer sicheren, aber trotz allem rentablen Sparanlage ist, interessiert sich dabei wohl vor allem für eins: den Guthabenzins. Beim Bausparvertrag hast Du diesbezüglich eine große Auswahl an Tarifen. Denn grundsätzlich verzinsen Bausparkassen das in der Ansparphase angesammelte Guthaben.

Ausnahme: Niedrigzinsphase

In Niedrigzinsphasen gibt es praktisch keine Guthabenzinsen. Dafür bietet Dir der Bausparer den Vorteil, dass Du Dir niedrige Darlehenszinsen für Jahre sichern kannst. Denn: Bereits bei Vertragsabschluss eines Bausparers werden die Konditionen festgehalten.
Die meisten Bausparkassen bieten mehrere Tarife an, die sich an verschiedenen Bausparzielen orientieren. Du kannst davon ausgehen, dass ein Tarif, der auf die Inanspruchnahme des Bauspardarlehens ausgelegt ist, den Fokus eher auf niedrige Darlehenszinsen legt.
Mit einem Angebot, das aufs Sparen zugeschnitten ist, hast Du dagegen höhere Chancen, einen attraktiven Guthabenzinssatz zu erhalten. Bist Du unentschlossen, gibt es zusätzlich Mischformen mit ausgeglichenem Zinsverhältnis. Um die Vielzahl der verschiedenen Bausparkassen und Angebote überblicken zu können, solltest Du die verschiedenen Bausparverträge vergleichen
.

Guthabenzinsen müssen versteuert werden

In Deutschland zahlst Du Kapitalertragssteuer: auf Dividende, realisierte Kursgewinne und Zinsen, also auch auf die Guthabenzinsen aus einem Bausparvertrag. Auf all diese Kapitaleinkünfte fällt die sogenannte Abgeltungssteuer an, die automatisch von der Bank oder der Bausparkasse an das Finanzamt abgeführt wird.
Tipp
Bis zu einem bestimmten Freibetrag sind Zinsen, Dividende und Kursgewinne steuerfrei. Damit Du Deine Guthabenzinsen nicht versteuern musst, stellst Du bei Deiner Bank einfach einen Freistellungsauftrag.

Darlehenszins

Da bei Vertragsabschluss eines Bausparers alle Details festgehalten werden, weißt Du folglich von Beginn an, welche Kosten auf Dich zukommen. Darlehenssumme als auch die Zinsen stehen bereits beim Abschluss fest und können sich dann während der gesamten Laufzeit nicht mehr ändern – ganz gleich, wie sich das Zinsniveau über die Jahre hinweg verändert. Egal, ob Marktschwankungen oder Leitzinsänderungen: Der vertraglich festgelegte Darlehenszins ist unantastbar.
Das ist besonders in Niedrigzinsphasen ein enormer Vorteil. Wer sich jetzt die günstigen Konditionen sichert, kann sich später darauf verlassen und muss nicht auf eine unter Umständen teurere Baufinanzierung zurückgreifen.

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Bausparen fürs Eigenheim lohnt sich

Jede Entscheidung für einen Bausparvertrag ist individuell. Dementsprechend gibt es für jeden unterschiedlich wichtige Faktoren beim Bausparen: Zinsen gehören jedoch wohl für die meisten dazu. Während sie in der Ansparphase so hoch wie möglich sein sollten, geht es in der Darlehensphase darum, möglichst geringe Zinskosten zu haben. Beides auf einmal bekommt man in der Regel kaum. Allerdings kannst Du Dich je nach Bausparziel nach passenden Tarifen umsehen.
Grundsätzliches
Grundsätzlich hat das allgemeine Zinsniveau Einfluss auf die Höhe sämtlicher Zinsarten. Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist der Leitzins der EZB, der europäischen Zentralbank. Je niedriger dieser ist, desto niedriger sind auch die Zinsen der meisten Finanzprodukte.
Auch wenn sich die Finanzierungssysteme von Bausparkassen und Banken unterscheiden, ist es für die Bausparkassen dennoch wichtig, auch mit anderen Darlehens- und Anlagearten konkurrieren zu können. Eine Orientierung an den üblichen Marktzinsen ist also auch für sie notwendig.
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